Mittwoch 5.4.2006

 

Auch der Mittwoch begann wieder um 8 Uhr mit dem gewohnten Frühstück. Es ging auch wieder um ca 8:30 los in die Stadtmitte, diesesmal an den Alexanderplatz.
Am Alex’ angekommen ging es sofort zu Fuß los in Richtung Museumsinsel los. Vorbei an der Weltzeituhr, dem gefürchteten Haus des Lehrers aus DDR-Zeiten und dem Fernsehturm. Vorbei am Deutschen Dom und dem immer noch beeindruckenden im Abriss befindlichen Palast der Republik zur Museumsinsel.

Dort sollte es drei Auswahlmöglichkeiten geben: 1. Das Neue Museum mit der Ägyptischen Ausstellung, 2. Das Pergamon Museum und 3. Die Bildergalerie. Es bildeten sich daraufhin 3 ungefähr gleichgroße Gruppen denen sich sehr ungleichmäßig die Lehrer zuordneten.

Ich schloss mich hier der Besichtigung des neuen Museums an die von Herrn Turner geleitet wurde. Ich empfand das Neue Museum als besonders interessant, da hier rund um die weltberühmte Büste der Königin Nofretete eine große Zahl erstaunlich guter Funde aus dem ägyptischen Raum ausgestellt wurde. Die immer wieder den hohen Technikstand der Ägypter zeigten und bewiesen dass es auch schon im alten Ägypten Türsteher mit Baseballschlägern gab.

Der zweite Teil der Ausstellung des Neuen Museums befasste sich mit römischen Funden aus Deutschland und auch Italien. Besonders Sehenswert waren hier der kunstfertig gearbeitete Silberschatz von Hildesheim der streckenweise mit Sätzen wie: „Das kann man doch mit ner Maschine ganz schnell machen“ kommentiert.

Nach dem 2h dauernden Museumsbesuch gab es wie jeden Tag Freizeit zum Essen. Stipe, Jonas und ich fanden dabei ein sehr gutes Steak House wo wir erst einmal köstlich essen gingen während andere Dönerfanatiker uns zur total unangebrachten Eile trieben.

Nach dem ausgesprochen guten Mal stießen wir zu unseren beiden Dönerfanatikern Martin und Georgie die ans Olympiastadium wollten. Gesagt getan, alsbald saßen wir in der U-Bahn in Richtung Olympiastadium. Jedoch nicht lange, nach wenigen Stationen meinte Martin dann das die Zeit doch nicht reichen würde und stieg unvermittelt aus der U-Bahn und machte den genialen Vorschlag doch erst einmal „Material“ für den kommenden Abend einzukaufen.

Am Ende der Freizeit kamen wir dann wieder am Alex’ an, von wo aus ich mich vom Rest der Gruppe abseilen sollte. Während alle anderen ohne einen Führung das Jüdische Museum besichtigten machte ich mich auf den weg nach Tegel: Zur Feuerwache Tegel mit dem Berliner Feuerwehrmuseum.

Mit U- und S-Bahn kam ich dann nach fast 45min fahrt in Tegel an und fragte mich durch zur örtlichen Feuerwache die dann auch schnell gefunden war. In großen Lettern prangte in den Fenstern der Wache „MUSEUM“, darunter die Fahrzeughalle in der man die Löschfahrzeuge und Rettungswagen sehen konnte. Und als kuriosester Anblick hing an einer Ecke des Gebäudes der vordere Teil eines alten Rettungswagens umgeben von einem kleinen Blumenbeet.

Ich begab mich zum relativ kleinen unauffälligen Haupteingang der Wache wo mich der Hausdienst (zu vergleichen mit einem Portier) begrüßte und mich in das 2. OG verwies. Die Anwesenheit eines Hausdienstes war schon etwas besonderes, denn diese Stelle viel auf sehr vielen Berufsfeuerwehrwachen schon wie vieles anderes dem Rotstift zum Opfer und konnte auf der Wache Tegel nur noch wegen dem Museum gehalten werden.

Im 2.OG bezahlte ich dann bei einem pensionierten Feuerwehrmann meinen Eintritt und betrat das Museum. Das Museum erstreckte sich über das gesamte Stockwerk und bestand aus einem langen Flur mit Räumen rechts und links. Auf dem langen Flur waren immer wieder Modelle alter Einsatzfahrzeuge angebracht und chronologisch geordnet Feuermelder.

In den Räumen waren auf der rechten Seite chronologisch die Geschichte der Berliner Wehr von Anfangszeit, Motorisierung, 2. Weltkrieg und Nachkriegszeit untergebracht. Highlight waren hier 3 originalgetreue Leitstellen aus der Anfangszeit, den 30er Jahren und aus den 80er Jahren. Weiter ging es dann mit Unfällen von Feuerwehrleuten und verschiedenen recht grotesken Einstellungstests aus vergangenen Zeiten.

Auf der Linken Seite befassten sich die Räume mit den Aufgaben der Feuerwehr, hier waren unter anderem: Ein nachgestellter Autounfall mit einer A-Klasse und ein ausgebrannter Raum, jeweils unterstützt durch Videopräsenationen.

Weitere Räume zeigten dann Wasserrettung und Gefahrguteinsatz bei der Feuerwehr, Feuerwehrwesen in der DDR, Uniformen aus aller Welt und Rettungsdienst (inkl. Dem Heck des Rettungswagens der am Eingang der Wache stand).

Was noch zu nennen wäre währen der kaiserliche Sprühschutzanzug, der den Träger mit einer Wasserdusche schützten sollte und ein Schwimmanzug für Feuerwehrleute mit Rettungsring und daran angebrachten Paddeln.

Nach dem langen Besuch des Museums deckte ich mich noch mit Souvenirs ein und organisierte eine kurze Führung durch die Fahrzeughalle der Wache. In dieser standen insgesamt 3 Rettungswägen (davon aber 1 als Reserve), 1 Berliner Löschhilfeleistungsfahrzeug der neuesten Generation, eine Drehleiter und von den freiwilligen ein Katastrophenschutzfahrzeug und ein eben genanntes LHF in einer älteren Version: Dem Berliner Dackel, einem LKW der durch nach vorne versetzten des Mannschaftsraumes einen etwas längeren Überstand über die erste Achse hatte.

Darauf folgte dann noch ein kurzes Gespräch über die 18 Mann starke Wachbereitschaft die sowohl 2 Rettungswägen als auch ein LHF und die Drehleiter besetzten sollten. Das führt zu einer extrem dünnen Besetzung der Fahrzeuge die durch den Rotstift noch dünner werden könnte.

Und als absoluter Höhepunkt des Besuchs wurde ich mit dem Dackel an die nächste S-Bahnstation chauffiert. An der S-Bahnstation verabschiedete ich mich herzlich von meinem Fahrer und begab mich zurück ins Hotel das ich nun binnen 10min erreicht hatte.

 
zurück